Tortenquatsch mit Heike Darmstädter

Heike Darmstädter ist eine Tortenkünstlerin aus Deutschland, die unter anderem durch ihre Malerei auf Fondant bekannt wurde. Sie lebt in Hessen auf einem Bauernhof und ist Mutter von drei Kindern. Ihr Hobby hat sie zum Beruf gemacht und hat mittlerweile auch ein eigenes Studio in Rodenbach (für alle nicht-Deutschen: das ist in der Nähe von Frankfurt) und ist auch unter dem Synonym Kreatives mit Herz bekannt.

Eine absolut liebenswerte Person, die immer zu Scherzen aufgelegt ist und einem zum Lachen bringt. Aber das denke ich, kann man in den folgenden Zeilen gut herauslesen 🙂

Heike Darmstädter

Heike Darmstädter Tortenzwerg

  • Als Jurymitglied bewertest du oft die Kategorie “Sweet Table”. An sich ist es ja nicht so einfach jemanden zu finden, der alles durchprobiert, ohne vorher zu wissen, was einem erwartet. Was gefällt dir an dieser Kategorie?

Das ist eine sehr gute Frage! Da ich selbst gerne verschiedene Geschmacksrichtungen und Aromaten austeste und Rezepte entwickle, finde ich es sehr spannend welch Geschichte das einzelne Gebäck zu erzählen hat. Man sollte offen für Neues sein, aber auch das altbewährte zu schätzen wissen. Ob Konditor oder Hausfrau, man sollte immer die Liebe raus schmecken können.

  • Voriges Jahr hattest du einen harten Schicksalsschlag hinzunehmen: Durch einen unglücklichen Unfall hast du seitdem mit deinem Bein sehr zu kämpfen, musstest bereits öfters operiert werden. Wie betrachtest du das vorige Jahr?

Durch solch einen Unfall wird man ein bisschen geerdet! Man stellt eher fest was einem wichtig ist und worauf man zukünftig lieber verzichten möchte in seinem Leben. Trotz allem war das letzte Jahr ein sehr schönes! Für mich ist das Glas immer halb voll anstatt halb leer. Ich lache sehr viel und habe eine optimistische Ader und das hat mir schon bei vielem geholfen.

  • Eine Technik, die dich unter anderem auszeichnet, ist das Malen auf Fondant. Hast du hier ein paar schnelle Tipps für jemanden, der es noch nie probiert hat, auf was man achten sollte?

Das mag jetzt ein bisschen blöd klingen und nach Werbung, aber zu empfehlen wäre ein Workshop oder Kurs. Da ist man ganz nah an der Materie und ich sehe sofort wo gegebenenfalls Fehler sind  und wie man diese vermeiden kann.

Achten sollte man auch auf hochwertigen Fondant und gute Pinsel!

Als die Anfrage kam wollte ich nicht wirklich mitmachen. Ich habe es auf der Arbeit erzählt und meine Kollegin meinte gerade ich solle es machen. Damals war ich noch um einiges kräftiger in der Statur und dementsprechend schüchtern. Aber ich wollte zeigen, dass auch ganz normale Hausfrauen, wie ich damals, etwas drauf haben und mit Leidenschaft backen können. Ich backe eigentlich sehr traditionell, aber mit einer Prise Modernität. Es war eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte, aber ich muss dieses nicht öfters haben. Praktischer Weise bin ich bei der Sendung ja ganz gut weg gekommen. (lacht)

  • Apropos gewinnen… Du hast schon einige Auszeichnungen gewonnen mit deinen Schaustücken. Über welche Auszeichnung freust du dich besonders?

Ich freue mich eigentlich über alle Auszeichnungen, weil die Wettbewerbstorten immer sehr viel Seele von mir enthalten und Herzblut. Ich gehe da sehr oft an meine Grenzen und teste mich aus. Die Ranghöhe ist dabei eigentlich gar nicht mal so entscheidend. Klar ist eine Goldmedaille und Best of Show etwas ganz tolles. Aber im Fokus steht der Sieg über einem selber. Dass man wieder etwas geschafft hat, etwas erreicht, was man vorher vielleicht gar nicht für möglich hielt. Und wenn dann das Herzstück dem Publikum gefällt und sie die Geschichte verstehen, die die Torte erzählen soll, dann bin ich glücklich. Eine höhere Auszeichnung gibt es gar nicht.

  • Nun möchte ich gerne ein wenig die Heike hinter den Kulissen kennenlernen: Welche Hobbys hast du, abgesehen vom Torten basteln?

Ich habe meine Freundin Judith ganz verblüfft gefragt, ob sie wisse was meine Hobbys sind. Ich habe nämlich keine wirklichen Hobbys im eigentlichen Sinne. Sie lachte und meinte, ich solle schreiben ich trainiere täglich 2 Stunden im Fitnesscenter und laufe 5 mal die Woche 10 Kilometer. Wir haben herzhaft gelacht

Dann meinte sie ganz ernst… deine Familie und Freunde verwöhnen. Und eigentlich stimmt das. Ich koche und backe sehr gerne und freue mich, wenn ich jemandem etwas Gutes tun kann. Spontan entstehen so kleinere Treffen und wir genießen unser Beisammensein bei dem einen oder anderen Stück Kuchen oder Keks.

Ja, wenn Kochen auch als Hobby gilt, würde ich sagen mein Hobby ist gut Kochen. Ich koche saisonal und liebe es in meine Küche auch Wildkräuter und Wildfrüchte einfließen zu lassen. Auch multikulti Lebensmittelmärkte finde ich sehr spannend. Mal über den Tellerrand zu schauen und zu tüfteln.

  • Ich hatte leider noch nie die Gelegenheit in deinen Laden zu kommen. Wie kann man sich diesen vorstellen, was bekommt man dort zu sehen und kaufen?

Mein Laden ist eigentlich ein großer Kurs- und Arbeitsraum. Ich habe es zu Gunsten des Familienlebens gemietet. Es vermischt sich nicht mehr so viel, als wenn man von zuhause aus arbeitet. Da ich auch sehr zentral im alten Ortskern bin, bekomme ich öfters mal zwischendrin Besuch.

Meistens bin ich vormittags da und arbeite an meinen Kursobjekten oder bereite mich auf Messen vor. Ich habe alles an einem Platz und übersichtlich sortiert und das ist für mich viel entspannender wie früher und ich kann mich auf meine Arbeiten konzentrieren

Vom Styling her würde ich sagen: schnuckelig verspielt und sehr hell gehalten in Weiß und Türkis.

  • Bei deinen Schaustücken, als auch bei deinen Kursobjekten, kann man immer wieder die unterschiedlichsten Techniken sehen. Welche gefällt dir besonders und warum?

Nach wie vor ist meine Technik Nummer 1 die Malerei auf Fondant, weil man mit wirklich wenigen Mitteln ein wunderbares Ergebnis auf seiner Torte erhalten kann.

  • Die Inspirationsquellen der einzelnen Tortenkünstler sind immer wieder ganz interessant zu erfahren, daher möchte ich diese natürlich auch gerne von dir erfahren: Woher stammen deine Ideen im Kopf? Wodurch lässt du dich inspirieren? Allein wenn ich an die Best in Show Torte mit der Kuhkacke denke, wird die Antwort interessant! (Lacht)

Meine Inspiration ist das reale Leben. Ich kann es schwer beschreiben, aber das sind wie Klicks im Kopf und „wumm“, weiß man, dass das, was man vor sich sieht, eventuell ganz wunderbar auf einer Torte aussehen könnte. Dann bin ich selbst ein kleines bisschen ein Kind geblieben und finde Märchen und Geschichten ganz spannend. Dann hilft mir mein Alter mittlerweile um zu wissen, dass ich keinesfalls mit dem Strom mit schwimmen muss und mache deshalb immer mein eigenes Ding.

Meine Wettbewerbstorte „Landluft“ beinhaltet ganz viele Details aus meinem Leben. Wir haben einen Bauernhof und ich habe selbst schon auf dem Acker gestanden und Kartoffeln und Rüben ausgemacht. Und dann habe ich manchmal sehr lustige Gedankengänge. Wenn zwei heiraten ist meistens einer der Esel, deswegen habe ich einen Esel dazu gemalt. (lacht)

Auf deiner Facebookseite findet man ganz viele tolle Bilder und Tutorials, sowie erprobte Rezepte mit Bild und Text. Hast du schon einmal darüber nachgedacht ein Buch daraus zu machen? Viele warten ja auf einen Krimi von dir 😉

Ein Buch über die Malerei auf Fondant wäre ein Traum. Aber da gibt es zu viele Hürden. Ich kann echt schlecht fotografieren und wenn dann möchte ich ein sehr hochwertiges Buch, womit ich mal später bei meinen Enkeln angeben kann .

Und ein Rezeptheft, evtl. Cupcake Rezepte, es wäre eine Überlegung wert, mal sehen was die Zukunft so bringt!

Heike Darmstädter Tortenzwerg

Vielen lieben Danke für deine Zeit, Heike. Es war schön dich näher kennengelernt zu haben! Ich wünsche dir für deine Zukunft alles Gute und freue mich schon jetzt dich wieder zu sehen.

Schaut doch auch bei den anderen Tortenquatsch-Interviews vorbei!

 

LG

Euer Tortenzwerg 🙂