Tortenquatsch mit Bettina “Betty” Schliephake-Burchardt

Bettina Schliephake-Burchardt, auch Betty genannt, kennen bestimmt viele Leute auf Grund ihres Buches: Betty’s Sugar Dreams – Motivtorten BASICS: Tortendekoration & Co für Anfänger und Fortgeschrittene.

Sie hat dieses anschaulich mit vielen Bildern, Schritt für Schritt, geschrieben und dokumentiert. Ein Werk, das man einfach haben sollte. Gerade für Anfänger gut geeignet, aber auch der Profi kann sich immer wieder etwas abschauen davon. Ich verwende nach wie vor die Vorlagen für die Babyschuhe zum Beispiel. Auch einige Rezepte kann man nachlesen bzw. nachbacken.

Betty selbst lebt in Hamburg (Deutschland) und ist seit ewig im Tortenbusiness tätig. Im Moment steht sie immer wieder für “Das große Backen” (oder auch die Promiausgabe davon) vor der Kamera, das bei Sat1 ausgestrahlt wird.

Sonja Betty

  • Du bist ja seit Anfang an dabei, du hast eine Konditorlehre gemacht und bist nie davon abgekommen Torten deine Leidenschaft zu schenken. Wie empfindest du die Entwicklung von damals zu heute im Bereich Motivtorten?

Es ist toll zu sehen, dass Motivtorten endlich in Deutschland angekommen sind. Mir war immer klar, dass es irgendwann ein Trend wird, aber dass es so groß ist, wirklich Wahnsinn.

Allerdings hatte die Zeit früher den Vorteil, dass es kein Internet gab. Man musste zwar mühsam am Materialien kommen, aber man hat experimentiert und auch Fehler gemacht. Heute habe ich häufig das Gefühl, dass viele im Internet alles vorgekaut haben möchten und es muss dann gleich perfekt werden. Dieser Druck war vor 10 Jahren noch nicht da.

  • Wie war es für dich, als dich zum ersten Mal jemand um ein Autogramm oder Foto gebeten hat? Kannst du dich noch daran erinnern? Wann war das?

An Autogramme und Fotos habe ich mich noch immer nicht gewöhnt *lach* Ich meine, mein erstes Autogramm habe ich so vor 7 Jahren geschrieben, als bekannt wurde, dass das Buch erscheint. Und dann wollte eine Bekannte die Erste sein, die ein Autogramm hat!

  • Bevor du nun bei „Das Große Backen“ dabei warst, kannte man dich ja bereits von „Die Torten-Tuner“ auf Kabel 1. An was erinnerst du dich besonders gerne zurück?

Das Besondere bei den Torten-Tunern war, dass wir nicht vom Fernsehen zusammen gebracht wurden, sondern uns schon kannten. Frank, der Kleine, ist mein Lehrherr und hat dann seit 1993 die Torten für meine Aufträge gebacken. Wir kannten uns somit seit fast 20 Jahren. Thomas kannte ich flüchtig, aber er ist ein guter Freund von Frank.

Diese Basis hat uns Sicherheit gegeben, egal wie chaotisch der Dreh war. Wir 3 sind wirklich zusammengewachsen und können uns vertrauen. Daher ist es besonders schön, dass Frank und ich nun unter Thomas als Obermeister im Vorstand der Hamburger Konditoreninnung sind (und ja, die Sitzungen sind meist so lustig wie die Sendungen).

  • 2009 hast du das Buch „Betty’s Sugar Dreams – Motivtorten Basics“ veröffentlicht, nach wie vor DAS Einsteigerbuch und sehr beliebt. Der Frosch am Titelbild wurde zu deinem Markenzeichen, das auch als Tattoo deinen Körper schmückt. Wie kam es zur Entstehung des Frosches?

Mr. Froggy ist mir 2005 im Bett eingefallen. Ich bin in die Küche und habe mit fertigen Bisquitböden und Marmelade die Torten zusammengesetzt. Und bis morgens dekoriert. Die musste einfach raus. Da ich sie so nett fand, bin ich zu meiner Freundin, die Fotografin ist.

So entstand das Foto von mir mit der Froschtorte, das mich dann sehr lange begleitet hat. Naja und Froggy wird es nun mein Leben lang tun.

  • Du konntest schon so viel erreichen in deiner beruflichen Laufbahn. Was wäre noch etwas, das du erreichen möchtest?

Ich habe mir nie wirklich Pläne gemacht. Ich wusste, ich wollte torten machen, aber alles andere ist einfach passiert. Dass Torten wieder Trend sind, finde ich großartig und wenn ich für den ein oder anderen Inspiration bin, den tollen Beruf des Konditors zu erlernen, wäre das toll.

Bei Auszeichnungen, Abschlüssen etc. muss ich mal schauen, aber der Konditormeister und der Certified Master Sugar Artist waren jetzt erstmal anstrengend genug. Eine kleine Erholung brauch dann auch mal 🙂

  • Wie sieht es privat bei dir aus? Wie verbringst du deine Freizeit, um abschalten zu können?

Was ist Freizeit? Die Torten sind halt Hobby, Beruf, Leidenschaft, Lebensinhalt etc. Viele Freundschaften sind dadurch entstanden, aber das bedeutet auch, dass man dann auch über Torten spricht. Wenn ich ganz abschalten will, gehe ich gerne ins Kino (kein Internet!) und früher sind wir gerne zum Tanzen gegangen. Standard, Tango, Swing – aber für solche Kurse war dann irgendwann keine Zeit mehr.

  • Seit 2007 schreibst du an deinem Blog „bettyssugardreams-blog.blogspot.de“. Was fasziniert dich am Blog-Schreiben?

Ich würde gerne viel mehr bloggen und Anleitungen schreiben! Ein großer Vorsatz für 2017! Ich freue mich, wenn ich mit meinen Erfahrungen anderen weiterhelfen kann oder meine Erlebnisse in der Tortenwelt teilen kann. Facebook, Instagram sind zwar klasse für schnelle Postings, aber ich mag es auch gerne länger Berichte zu schreiben. Aber vielleicht klappt es ja mit den Vorsätzen!

  • Dieses Jahr hast du mit deinem Mann den 22. Hochzeitstag gefeiert. Heutzutage leider schon eine Seltenheit. Kannst du uns das ultimative Rezept verraten um eine glückliche Ehe zu führen?

Haha, ich habe kein Ahnung! Auf unserer Hochzeit wurden Wetten abgeschlossen, wie lange die Ehe hält – ich glaube 1 Jahr war das Längste. Vielleicht haben wir es so lange geschafft, weil wir nicht alles zusammen machen und jeder seinen Freiraum hat. Mein Mann sit auch selbstständig, aber in einer komplett anderen Branche. Klar unterstützen wir uns, aber ich erwarte nicht, dass er Torten so toll findet wie ich und wir haben auch beide zum Teil unterschiedliche Freundeskreise. Aber wir wissen immer, dass wir uns auf uns verlassen können. Dasselbe gilt auch für unseren Sohn. Der ist inzwischen 20, aber für uns 3 ist auch Familienzeit wichtig.

  • Was war dein Berufswunsch als Kind? Wolltest du schon immer Konditorin werden? Was hat dich dazu bewegt?

Konditor war so gar nicht mein Wunschberuf. Ich wollte immer Archäologin werden. Habe dafür extra Latein, statt Französisch oder Spanisch, in der Schule gewählt, aber wenn es zum Abitur nicht langt…

Durch Zufall habe ich dann zwischen 1987-89 eine Ausbildung als Fremdsprachenkorrespondentin gemacht und wollte dann eine Ausbildung im Reisebüro machen. In den 80ern einer der Traumberufe und so gut wie keine Chance eine Lehrstelle zu bekommen.

Im Januar 1989 kam mein Vater nach Hause und meinte, ob ich nicht Konditor werden will. Und so bin ich dazu gekommen. Nicht geplant, überraschend, aber dank eines wirklich kreativen Lehrherren, die richtige Grundlage für alle anderen Ideen.

  • Du hast in „Das Große Backen“ in der 4 Staffel verraten, dass diene Lieblingstorte die „Dobostorte“ ist, die du damals im österreichischen Burgenland kennengelernt hast. Was ist es, das dir noch in Österreich gefällt? Gibt es gewisse Orte, die du besonders gerne hast oder Mehlspeisen, die dir nicht mehr aus dem Kopf gehen?
(Das Rezept zum Nachbacken der Dobostorte gibt es auf Sat1)

Ich liebe Österreich! Wir waren über 10 Jahre 2x im Jahr in Ellenau/Tirol und es ist für mich wirklich ein Ort zum Durchatmen, Seele baumeln lassen etc.  Nächstes Jahr geht es auch endlich wieder dorthin zum Skifahren.

Aber durch meine Torten habe ich auch so viele liebe Österreicher treffen dürfen. Dieser Dialekt, die Landschaft und ich finde ja, Österreicher sind entspannter als wir Deutschen! „Passt scho“! Nun, wenn ich nicht Hamburger durch und durch wäre, würde Österreich ein Land sein, in dem ich leben könnte.

Und zu den Mehlspeisen: Eispalatschinken ist mein Untergang, auch wenn ich eigentlich nicht mehr essen kann, das muss noch gegessen werden.

Aber auch Apfelstrudel, Kaiserschmarren, Topfenvariationen,… ihr seid schon die Spezialisten, wenn es um gute Küche geht! <3

 

Um noch mehr über Betty zu erfahren, schaut doch einfach auf ihrer Homepage vorbei!

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